Joomla!-Buch - Einstieg und Installation

  • Sonntag, 08 Februar 2015 00:00 Imbiss in
  • geschrieben von  Torsten Scheel

In diesem Kapitel erfahren Sie

  • Das Bedürfniss von Webseiten zu wachsen
  • Content-Management-Systeme: das Werkezug
  • Wie funktioniert ein Content-Management-System?
  • Vor- und Nachteile von Joomla!
  • Die Geschichte von Joomla!

Der Wunsch nach einer eigenen Webseite, egal ob privat oder geschäftlich, wird im ersten Schritt häufig über einen Baukasten erfüllt. Fast alle Hoster bieten ihren Kunden vorgefertigte Webseiten-Vorlagen an, die mit ein paar Klicks an die eigenen Gestaltungswünsche angepasst werden können. Der Vorteil hier ist, dass der Benutzer kaum Kontakt zu HTML- oder gar PHP-Code hat. Aus diesen beiden Bestandteilen, zusammen mit dem für das Aussehen zuständigen CSS-Code, setzt sich eine Webseite klassischerweise zusammen. Wer als Benutzer hier Berührungsängste hat, ist mit einem Baukastensystem sicher gut bedient.

Wer sich an HTML, CSS und PHP herantraut, baut seine Webseite vielleicht in einem Editor wie Adobe Dreamweaver und kann so zumindest auf die Struktur und dass Aussehen seiner Webseite vollständig Einfluss nehmen.

Beide Möglichkeiten zur Erstellung einer eigenen Webseite haben allerdings einen entscheidenden Nachteil. Sie sind statisch. Was einmal geschrieben steht, kann nur dann verändert werden, wenn man die Seiten selbst modifiziert, ergänzt, neue Seiten erstellt oder nicht mehr benötigte Seiten entfernt. Was aber, wenn man z.B. Kommentare einfügen möchte? Oder im Fall eines Webshop einen neuen Artikel? Wäre es nicht sehr unpraktisch, wenn man dafür eine komplette HTML-Seite verändern muss?

Das Bedürfniss von Webseiten zu wachsen

Je mehr Inhalte auf einer Webseite veröffentlicht werden sollen, desto schneller stoßen Baukasten-Systeme und statische Webseiten an Ihre Grenzen. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Sammlung von Buchvorstellungen die Sie Ihren Besuchern präsentieren möchten. All die Bücher werden nun auf Ihrer Webseite in einer Liste untereinander aufgelistet. Wenn Sie, sagen wir mehr als 100 Bücher haben, wird diese Liste schon schnell unübersichtlich lang. Ihre Besucher könnten diese Liste nicht einschränken oder durchsuchen.

Vielleicht möchten Sie einen Bericht zu einem neuen Buch erst einmal schreiben und korrigieren, bevor Sie ihn online stellen. Sie bekommen sicherlich auch Reaktionen auf Ihre Buchbesprechungen, meist per E-Mail. Diese müssten Sie mühsam von Hand in Ihre Webseite einfügen.

Irgendwann gefällt Ihnen das Design Ihrer Webseite nicht mehr und Sie möchten sie überarbeiten. Vielleicht möchten Sie neue Funktionen nutzen, die Sie auf anderen Webseiten gesehen haben. Eine Kommentarfunktion, einen Slider, eine Bilder-Gallerie. Wenn Sie ein Baukasten-System verwenden, stoßen Sie hier jetzt im schlimmsten Fall an Ihre Grenzen. Entweder müssen Sie Ihre Webseite vollständig neu aufbauen, oder Sie können Ihren Wunsch nach Veränderung gar nicht realsisieren.

Generell stellen wir also fest:

  • Webseiten haben die natürliche Eigenschaft zu wachsen
  • je größer Webseiten werden, desto unübersichtlicher werden sie
  • immer wiederkehrende Aufgaben können Sie kaum automatisieren und kosten zeit
  • je mehr Zusatzfunktionen gewünscht sind, desto schwerer ist es eine Webseite zu verwalten

Das Werkzeug: ein Content-Management-System

Um ein unvermeidliches Chaos auf Ihrer Webseite von vorne herein zu verhindern, sollten Sie sich bei Ihren Vorüberlegungen zu einer eigenen Internet-Präsenz mit einer attraktiven Alternative befassen. Setzen Sie ein Content-Management-System ein!

Ein Content-Management-System (CMS) hilft Ihnen bei der Verwaltung und der Gestaltung Ihrer Inhalte und nimmt Ihnen viele Standardaufgaben ab. Joomla! ist ein solches CMS und kümmert sich bevorzugt um die Produktion von Webseiten für das Internet.

Ein Content-Management-System verwaltet für Sie nicht nur Text, sondern auch alle anderen Arten von Medien, wie Musik, Videos oder auch PDF-Dateien. Es sorgt dafür, das Inhalte immer auf die gleiche Art und Weise ausgegeben werden, kümmert sich um die Verlinkung der Inhalte untereinander und schiebt für die Suchmaschinen-Optimierung wichtige Informationen quasi automatisch hinterher.

Ein Content-Management-System schränkt auf Wunsch außerdem den Zugriff auf bestimmte Bereiche Ihrer Website ein. Es verwaltet Benutzer und Benutzergruppen und erlaubt auch externen Autoren Beiträge in Ihr System zu schreiben. Natürlich lassen sich auch nette Erweiterungen wie ein Forum oder Kalender-Ansichten mit wenigen Mausklicks erstellen und ausgeben.

Es gibt also wirklich viele gute Gründe, ein Content-Management-System zu verwenden. Nicht nur für Unternehmen.

Wie funktioniert ein Content-Management-System?

Joomla! ist ein so genanntes serverseitiges Content-Management-System und wird in der Regel auf einem Webserver installiert. Im Hintergrund arbeitet das CMS mit einer Datenbank zusammen, in der alle Informationen, alle Inhalte und Verknüpfungen gespeichert werden. Meist ist dies eine MySQL-Datenbank.

Für die Verwaltung der Webseite spaltet sich das CMS sozusagen in zwei Bereich auf. Dem Frontend, das jeder Besucher Ihrer Webseite nach Aufruf der URL angezeigt bekommt und das Backend, das zugangsbeschränkt ist und nur befugten Personen angezeigt wird.

Das reguläre Vorgehen bei der Erstellung eines neuen Beitrags ist, das sich der Autor ins Backend einloggt, dort den Beitrag erstellt und korrigiert und ein Datum für die Ausgabe im Frontend bestimmt. Der Beitrag wird gespeichert und in die Datenbank geschrieben. Wird der neue Beitrag im Frontend aufgerufen, kramt ihn das CMS aus der Datenbank wieder heraus, setzt ihn anhand eines Bauplans mit dem Rest der Webseite zusammen und gibt ihn an den Browser des Besuchers zurück.

Content-Management-Systeme liefern also keine statischen Webseiten zurück, sondern dynamische. Sie werden erst in dem Augenblick erzeugt, wenn der Besucher sie anfordert. Das kostet naturgemäß etwas Rechenzeit auf dem Server, hat aber den unschlagbaren Vorteil, das jede Änderung an der Webseite sofort im Frontend zu sehen ist (wenn das so gewünscht ist). Nur so werden dynamische Inhalte wie Gästebucheinträge, Kommentare oder Umfragen überhaupt erst möglich.

Für die Auslieferung der dynamisch zusammengesetzten Webseite nutzt das CMS eine Art Bauplan. Hier sind die exakten Positionen aller Elemente Ihrer Webseite gespeichert. Wo ist das Hauptmenü, wo der Bilderslider? In welcher Reihenfolge an welcher Stelle müssen die Beiträge erscheinen? Wo befindet sich der Fußbereich und die Kategorieliste? Das schöne an diesem Bauplan ist, dass er sich mit wenigen Mausklicks ändern lässt und der Betreiber der Webseite so in der Lage ist, seine Inhalte ganz einfach in einer ganz anderen Struktur auszugeben. Man sagt, das dass CMS den Inhalt vom Aussehen trennt. Beide Bereiche sind völlig unabhängig voneinander änderbar. Eine wirklich schicke Sache.

In der Regel erstellt der Betreiber einer Webseite auf CMS-Basis zunächst das Layout und legt seine Benutzer(-Gruppen) an. So bestimmt er, wer übrhaupt etwas im CMS machen darf. Ab dann muss er sich im Prinzip gar keine Gedanken mehr machen. Sämtliche Beiträge, wenn sie von externen Autoren geschrieben werden, landen automatisch in der richtigen Position im Frontend. Das spart Zeit und damit letztlich Geld.

Vor- und Nachteile von Joomla!

Software-Systeme, die einen so gewaltigen Funktionsumfang mitbringen, sind nicht so einfach zu bedienen, wie z.B. Word oder Excel. Das muss man sich vergegenwärtigen. Die Einarbeitungszeit ist höher und der Frustrationspegel manchmal auch. Es gibt sehr einfache Content-Management-Systeme udn sehr komplizierte. WordPress  z.B. ist ein einfaches CMS, das aber auch in seiner Funktionsvielfalt etwas begrenzt ist. Insobesondere was eigene Erweiterungen betrifft. Typo3 befindet sich auf der anderen Seite der Messskala und bietet seinem Betreiber so ziemlich alle Möglichkeiten, die man sich nur vorstellen kann. Dafür ist es sehr aufwändig zu verwalten und zu bedienen. Eine vollwertige Typo3-Installation lässt sich alleine kaum verwalten und mit Leben füllen.

Wie so oft liegt der Kompromiss in der Mitte und hier spielt Joomla! seine Fähigkeiten aus. Es ist, bei nahezu gleichem Funktionsumfang wie Typo3, sehr viel einfacher zu pflegen und zu verwalten. Seine Vorteile liegen in der leicht zu erlernenden Bedienung und seiner Erweiterbarkeit. Schon von Haus aus bringt Joomla! sehr viele Funktionen mit, wie z.B. Banner, Kontaktformulare, eine ausgefeilte Suchfunktion und eine leistungsfähige Benutzer-Verwaltung. Man kann aber auch eine (oder mehrere) der unzähligen Erweiterungen installieren, die aus der Joomla!-Webseite dann ein Buchungssystem, eine Event-Verwaltung oder einen Webshop machen.

Joomla! eignet sich perfekt für die Realisierung von mittleren bis großen Webprojekten. Durch seinen offenen Quellcode kümmert sich eine große Community um Weiterentwicklung und Support. Außerdem stehen sehr viele Foren, Bücher und Programmierer bereit, auf deren Wissen der Betrieber einer Joomla!-Webseite jederzeit zurückgreifen kann.

Wie immer im Leben ist die Antwort auf die Frage, welches Content-Management-System eingesetzt werden soll, auch immer eine Glaubensfrage. Es gibt neben Joomla! auch andere CMS, die in ähnlicher Weise eingesetzt werden können. Genannt seien an dieser Stelle Contao oder Drupal. Welches CMS am Ende des Tages auf dem Server landet, ist oft eine Bauchentscheidung. Wer sich im Backend der CMS umsieht hat recht schnell eine Meinung, ob ihm persönlich das CMS liegt oder eher nicht.

Joomla! ist aber zweifellos der beste Kompromiss, den man derzeit für kleine, mittlere oder auch größere Webprojekte finden kann.

2.1 Warum braucht man eigentlich Content-Management-Systeme?

Die Frage lässt sich einfach beantworten. Um eine kleine überschaubare Website zu erstellen braucht man sie nicht. Aber sie sind auch hier ungemein hilfreich. Was im privaten Bereich an Programmierarbeiten für den eigenen Webauftritt oft noch überschaubar ist, sprengt in Unternehmen schnell alle Grenzen. Statische Websites haben einen entscheidenden Nachteil. Sie sind nun einmal statisch. Nehmen wir als Beispiel ein Unternehmen, das Bücher verkauft. Unser Unternehmen hat einige tausend Buchtitel im Angebot, die allesamt in einem Online-Shop präsentiert und zum Kauf angeboten werden sollen. Bedeutet, das all diese Bücher in HTML-Code eingetippt, die einzelnen Seiten nach einer bestimmten Struktur miteinander verlinkt und am Ende auch noch mit einem Warenkorb gekoppelt werden müssen. Es müssen Kategorien angelegt werden, weil der Kunde ja nicht in einer endlos langen Liste von Buchtiteln wühlen möchte, sondern komfortabel in den für ihn interessanten Bereichen suchen will.

Selbst wenn das irgendwann, nach einem vermutlich unglaublichen hohen Zeitaufwand, umgesetzt ist, wird es im laufenden Betrieb der Seite immer wieder Probleme geben. Wenn neue Bücher auf den Markt kommen müssen diese in den bestehenden HTML-Code eingearbeitet werden. Links müssen neu gesetzt und oft auch Preise neu angepasst werden. Das alles kostet in statischen Websites viel Zeit, Personal und damit Geld. Vieles ist in statischen Websites auch gar nicht umsetzbar. Beispielsweise eine umfassende Suchfunktion.
Es gibt sehr viele Gründe, die gegen eine statische Website und für den Einsatz eines Content-Management-Systems (CMS) sprechen. Einer der wichtigsten ist: Sie als Betreiber einer Website sind mit einem CMS in der Lage, auch ohne detaillierte Programmierkenntnisse Ihren Webauftritt selbst zu pflegen. Es ist nicht mehr erforderlich, für jede Änderung und Anpassung einen externen Programmierer oder Administrator zu beauftragen. Mögen die Anfangsinvestitionen in ein CMS auch geringfügig höher ausfallen und der Aufwand für die erste Einrichtung größer sein, spätestens nach ein paar Jahren hat sich der Einsatz eines CMS gelohnt.
Für Sie als zukünftigen Betreiber einer Website ist natürlich interessant, ab wann sich der Einsatz eines Content-Management-Systems empfiehlt. Anhand der unten stehenden Liste können Sie selbst überprüfen, ob sich ein CMS für Sie lohnt.

Entscheidungshilfe CMS

  • Planen Sie einen Webauftritt, der viele statische Seiten beinhaltet (ändern sich also die Inhalte Ihrer Webseiten oft)?
  • Soll Ihr Webauftritt in mehreren Sprachen angeboten werden?
  • Müssen Sie Inhalte regelmäßig aktualisieren (z.B. Eventkalender oder neue Nachrichten)?
  • Werden die Inhalte Ihrer Website hierarchisch gegliedert sein?
  • Sind für die Verwaltung Ihrer Website HTML- oder CSS-Kenntnisse erforderlich (und wenn ja, besitzen Sie diese)?
  • Müssen Sie für die Verwaltung Ihrer Website externe Mitarbeiter oder Dienstleister beauftragen?
  • Soll Ihr Webauftritt von mehreren Personen betreut und gepflegt werden?
  • Soll Ihr Webauftritt spezielle Funktionen wie ein Shopsystem, ein Forum oder einen passwortgeschützten Kundenbereich haben?

Je mehr Fragen Sie mit Ja beantwortet haben, desto intensiver sollten Sie den Einsatz eines CMS für Ihre Website ins Auge fassen. Möglicherweise fallen Ihnen noch mehr Punkte ein, die Ihnen für Ihre Entscheidung „Pro oder Contra CMS" nützlich sein könnten. Aus meiner Praxiserfahrung sind die nachfolgend in einer Tabelle aufgelisteten Argumente bei meinen Kunden die am häufigsten diskutierten.

Pro und Contra Content-Management-System
  • Bestehende Inhalte können problemlos ergänzt oder aktualisiert werden.
  • Seiteninhalte können ohne Programmierkenntnisse bearbeitet werden.
  • Inhalte können in einem CMS für verschiedene Ausgabegeräte (Smartphone, Tablet-PC, PC) optimiert werden.
  • Die Website kann schnell und ohne großen Aufwand erweitert werden.
  • Mehrere Benutzer können gleichzeitig an den Inhalten arbeiten, auch mit unterschiedlichen Rechten.
  • Das Design der Website wird auf allen Inhaltsseiten beibehalten.
  • Ein CMS trennt strikt zwischen Inhalt, Design und Programmcode.
  • Erledigung von Routinearbeiten können automatisch erfolgen (Datensicherung).
  • Durch die datenbankgestützte Verarbeitung der Inhalte wird ein CMS umso günstiger, je mehr Seiten der Webauftritt besitzt.
  • Anfängliche Kosten für Installation, Einrichtung des Templates und kundenspezifische Anpassungen sind höher als bei statischen Websites.
  • Längere Entwicklungsdauer, bis zur Fertigstellung der Website (Programmierung).
  • Für den Betrieb einer CMS-gestützten Website entstehen höhere Anforderungen an den Webserver und damit in der Regel höhere Kosten.
  • Für die Verwaltung eines CMS ist häufig ein Systemadministrator erforderlich, der mit HTML- und CSS-Kenntnissen Anpassungen am Layout vornehmen kann.


2.2 Was ist ein CMS?

Jetzt habe ich bereits viel über Content-Management-Systeme geschrieben, ihre eigentliche Funktionalität im Detail aber noch ausgespart. Daher geht es im folgenden Abschnitt um genau dieses Thema.
Ein CMS kümmert sich um die Verwaltung von Inhalten (Inhalt = engl. Content). Man unterscheidet zwischen zwei unterschiedlichen Arten von CMS.
Online-CMS. Dies ist die klassische Variante, bei der das CMS auf einem Web-Server installiert und für jedem Besucher über das Internet zugänglich ist.
Offline-CMS. Unternehmen bevorzugen häufig hausinterne CMS-Installationen, die nur über das Intranet einem kleinen, befugten Personenkreis zugänglich sind.
In diesem Buch geht es ausschließlich um die erste Variante, dem Online-CMS. Diese sind am weitesten verbreitet und obwohl Joomla sicherlich auch in einem Intranet betrieben werden kann, ist es doch ein typischer Vertreter von Online-CMS.

Joomla ist Open Source. Aber was ist Open Source?
Die meisten CMS, darunter alle weltweit am meisten genutzte, haben eine besonders angenehme Eigenschaft. Sie sind kostenlos erhältlich. Man sagt, sie sind Open Source. Die dahinter liegende Lizenz besagt, dass der Quellcode der Systeme für jedermann einsehbar ist und frei verändert bzw. angepasst werden kann. Der Quellcode darf sogar weiter verbreitet werden, also in seiner ursprünglichen oder einer speziell angepassten Version an z.B. eigene Kunden weitergegeben werden kann.
So erfreulich die Vorzüge von Open Source sind, es stellt sich doch die Frage, warum aufwändig und langwierig programmierte und entwickelte Software so einfach verschenkt wird.
Joomla steht, wie die meisten seiner Kollegen, unter der GPL-Lizenz der Free Software Foundation. Open Source kommt häufig dann zum Einsatz, wenn eine Software schnell und unkompliziert über weite Bereiche verbreitet werden soll, um durch öffentliche Beteiligung vieler interessierter Programmierer weiter verbessert und entwickelt zu werden.
Im Fall von Joomla hat das Konzept hervorragend funktioniert. Eine große Gemeinschaft von Entwicklern und Programmierern hat in den letzten Jahren immer umfangreichere Funktionen in Joomla geschaffen und das System auf eine überaus professionelle Basis gestellt. Ein weiterer Vorteil der großen Community sind die vielen umtriebigen Foren im Internet, wo jeder Hilfesuchende in Sachen Joomla schnell und kompetent Unterstützung bekommen kann.
Joomla ist kostenlos, kann aber trotzdem kommerziell genutzt werden. Das bedeutet, dass Sie problemlos die Software für den Betrieb Ihrer Website nutzen können und sogar einen Online-Shop damit befeuern dürfen. Auch wenn Sie Joomla für einen Kunden installieren oder für diesen eine kleine Erweiterung von Joomla programmieren, können Sie ihm das in Rechnung stellen. Allein der Verkauf der Software selbst ohne weitere Dienstleistungen ist nach der GPL-Lizenz untersagt.
Blick über den Tellerrand. Was gibt es neben Joomla?
Joomla ist weltweit eines der beliebtesten und bekanntesten Open-Source CMS. Aber es gibt durchaus Alternativen, die mit individuellen Schwerpunkten nicht weniger geeignet sind, um eine eigene Website zu realisieren. In der folgenden Tabelle habe ich die wichtigsten Mitbewerber mit ihren jeweiligen Eigenschaften aufgelistet.

Unterscheidung Content-Management-Systeme
Joomla!
  • Wird bevorzugt in kleinen und mittelständischen Unternehmen eingesetzt
  • Basiert auf PHP und MySQL
  • Schnelle und einfache Installation
  • Durch zahlreiche professionelle und sichere Erweiterungen an den eigenen Bedarf anzupassen
  • Einfache Realisierung von mehrsprachigen Websites
Typo3
  • Längere Einarbeitungszeit
  • Hohe Systemanforderungen und Komplexität
  • Multidomain-Funktionalität
  • Leistungsfähige Scriptsprache Typoscript, die aber kompliziert ist
  • Basiert auf PHP und MySQL
WordPress
  • Sehr verbreitet, inbesondere als Blog-System für private Websites
  • Sehr einfache und schnelle Installation
  • In wenigen Minuten einsatzbereit
  • Durch Erweiterungen auch als CMS nutzbar
  • Basiert auf PHP und MySQL
Drupal
  • Besonders geeignet für Foren und Weblogs
  • Umfangreiche Benutzerverwaltung mit Rechten
  • Sehr große Online-Community
  • Sehr gute Anbindung an Social-Media-Seiten möglich

Mit dieser Tabelle ist bei weitem nicht das gesamte Angebot an Open-Spurce-CMS abgebildet. Es gibt unzählige Systeme, die oft spezielle Eigenschaften aufweisen, die vielleicht gerade besonders gut auf Ihre Anforderungen passen könnten. Schauen Sie sich ruhig mal in den einschlägigen Online-Foren um und lassen sich die individuellen Vor- und Nachteile weiterer CMS demonstrieren.

Eine Stärke der oben genannten CMS, und natürlich insbesondere die von Joomla, ist das hohe Maß an Flexibilität. Mit ihnen lassen sich fast alle Wünsche im Bereich Websites problemlos erfüllen. Sie sehen also, dass Sie allein durch Ihre Entscheidung sich näher mit Joomla zu befassen, eine gute Wahl getroffen haben.

2.3 Wie funktioniert ein CMS?

Wir haben bereits gesehen, das sich mit einem CMS vielfältige Möglichkeiten eröffnen, wenn eine eigene Website erstellt werden soll. Alle Funktionen lassen sich grob in vier Bereiche unterteilen.

Speichern, Verwalten und Ausgeben von Inhalten
Diese drei Punkte sind die eigentlichen Kernaufgaben eines CMS. Inhalte können dabei ganz unterschiedlich sein. Natürlich lassen sich nahezu beliebige Mengen an Text verarbeiten, aber ebenso gut können das auch PDF-Dateien sein, Bilder, Videos oder Audiodateien. Neben diesen hauptsächlichen Inhalten speichert ein CMS aber auch Angaben zu Autor, Datum der Speicherung, Stichworte, Kategorien oder Keywords für Suchmaschinen.
Sind diese Inhalte erst einmal gespeichert, stellt das CMS diese wieder auf ganz für unterschiedliche Weise für die Ausgabe zur Verfügung. Sie können auf verschiedenen Positionen der Webseiten erscheinen, aber genauso gut auch als E-Mail, als PDF oder als Druckversion. Da die Inhalte vollkommen unabhängig vom Layout der Website sind, können sie für die Ausgabe auf unterschiedlichen Ausgabegeräten (wie Smartphone, Tablet-PC oder PC) optimiert werden. Ein großer Vorzug von CMS, der mit zunehmender Verbreitung von Mobilgeräten immer mehr an Bedeutung gewinnt.
CMS bieten auch vielfältige Möglichkeiten, ihre Inhalte barrierefrei dazustellen.

Bearbeiten von Inhalten
Alle CMS bieten Ihnen komfortable Möglichkeiten, Ihre Inhalte zu bearbeiten. Dies erledigen Sie bevorzugt in einem passwortgeschützten Bereich der Website, dem Administrator-Bereich. Alternativ können Sie Ihre Inhalte auch direkt im Frontend bearbeiten, allerdings verzichten Sie dann auf einige Werkzeuge, die Sie möglicherweise gut gebrauchen können.
Egal auf welche Weise Sie Ihre Inhalte bearbeiten möchten, das CMS präsentiert Ihnen hierzu einen komfortablen Editor. Mit seinen Symbolen und Bedienelementen wird er Ihnen sofort vertraut vorkommen, sofern Sie schon mal Kontakt mit Programmen wie Microsoft Word oder Excel hatten. Mit dem Editor können auch unerfahrene Benutzer Texteingabe und Korrekturen einfach und sicher durchführen. Wer sich mit HTML auskennt, kann alternativ auch die Codeansicht aktivieren.

Benutzer und Rechte
Ein CMS hält viele Bereiche bereit, die mit Inhalten befeuert werden können. Oft arbeiten mehrere Benutzer gleichzeitig an den Inhalten, die nicht immer alles dürfen. Manche Benutzer sind Autoren und schreiben Texte. Andere sind Redakteure, die Texte freigeben oder sperren. Über allem schwebt der Administrator, der sich um die technischen Belange kümmert. Es liegt auf der Hand, das der Autor nicht zwangsläufig auch das Rechten haben sollte, andere Benutzer anzulegen. Der Redakteur hingegen darf oftmals keine Module anlegen und damit das Aussehen der Website maßgeblich beeinflussen. Jeder Benutzer in einem CMS hat seine Kompetenzen und seine Beschränkungen. In Fall einer kleinen Website ist der Administrator meist auch Autor, Redakteur und Manager. An dieser Stelle ist alles möglich.
Angenommen Sie betreiben eine eigene Online-Zeitung und Sie beschäftigen mehrere Autoren und Redakteure. In diesem Fall können Sie jedem Ihrer Mitarbeiter seine eigenen Rechte zuteilen. Das kann eine zeitraubende Arbeit sein. Bequemer ist es, wenn Sie vorher Benutzergruppen definieren und jeder Gruppe dann die entsprechenden Rechte zuteilen. Sie brauchen Ihren Benutzern dann nur noch die fertige Gruppe anzuheften und schon sind die Dinge geklärt.
Sie können einem einzelnen Mitglied einer Gruppe trotzdem weitergehende Rechte zugestehen. Das CMS lässt Ihnen an dieser Stelle freie Hand.
Mit Anmeldung des jeweiligen Benutzers im Administrator-Bereich, identifiziert das CMS ihn und stellt ihm alle Funktionen bereit, die er nutzen darf.

Benutzergruppen

  • Der Autor erstellt Texte und legt sie dem Redakteur zur Veröffentlichung vor.
  • Der Redakteur prüft und korrigiert u.a. Autoren-Texte und gibt diese zur Veröffentlichung frei.
  • Der Administrator legt Benutzer an und löscht diese. Er verändert systemrelevante Einstellungen. Die Administratorrolle beinhaltet sämtliche Rechte und Zugriffsberechtigungen.

Benutzerkommunikation
Das CMS ist auch für die Kommunikation der Benutzer untereinander bzw. zwischen CMS und Benutzer zuständig. Angemeldete Benutzer können so untereinander Nachrichten austauschen. Jeder Benutzer erhält standardmäßig ein eigenes E-Mail-Postfach im CMS, an das interne und externe Mails geschickt werden können. Außerdem verschickt auch das CMS selbst Mails an Benutzer, z.B. an den Administrator, wenn sich ein neuer Benutzer registriert hat.

Kommunikation über ein Forum
Eine weitere Möglichkeit für die Kommunikation der Benutzer untereinander ist der Einsatz eines Forums im CMS. Ein Forum kann man sich als digitalen Marktplatz vorstellen, wo Meinungen, Erfahrungen und Ideen ausgetauscht werden. Hierbei erfolgt die Kommunikation jedoch nicht in Echtzeit, wie z.B. in einem Chat, sondern durch das Hinterlassen von Nachrichten in einem speziellen Bereich. Gerade für Joomla! gibt es eine Menge fertiger Forum-Erweiterungen, die problemlos in das CMS integriert werden können.

2.4 Joomla! und der Webserver

Joomla! ist ein webbasiertes Content-Management-System. Es benötigt zum Betrieb also eine Internet-Umgebung mit einem Webserver.

Als Webserver werden Computer bezeichnet, die mit dem Internet verbunden sind, eine Webserver-Software besitzen und Internetauftritte bereitstellen. Der eigentliche Webserver ist daher auch eigentlich nur die jeweilige Software und nicht die Hardware. Je nach Betriebssystem des Computers, unterscheidet sich auch die Webserver-Software. Auf UNIX oder Linux-Systemen ist der Webserver Apache am häufigsten anzutreffen, unter Windows-Server ist das meist der IIS (Internet Information Services). Den Apache gibt es jedoch auch für Windows-Systeme.

Die folgende Grafik veranschaulicht, wenn auch etwas vereinfacht, wie Ihr Browser mit einem Webserver im Internet kommuniziert.

webserver Kapitel 2

 

 

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